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16.09.2010

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"En passant - von der Kunst des Flanierens"

Keltisches Kreuz

02.02.2011

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Neuer Glaubenskurs beginnt im Februar 2011. Interessenten können und sollten sich jetzt schon anmelden.

[Aktuelle und ältere Pfarrbriefe sind als PDF hier verfügbar.]

 

Zieh deine Schuhe aus

Straßenexerzitien in Hamburg

Pressefoto Gott finden auf den Strassen von Hamburg Bild vergrößern | Weitere Bilder

"Zieh deine Schuhe aus. Denn der Ort, wo Du stehst, ist heiliger Boden." Diese Worte richtet Gott an Mose, als dieser sich - fasziniert von der Erscheinung des brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusches - diesem besonderen Ort nähert. Solche besonderen Orte der Gegenwart Gottes gibt es für jeden Menschen überall. Aber sie zu finden, ist oft nicht leicht. Wie Moses braucht man ein besonderes Gespür dafür. Dieses Hören, Lauschen und Wahrnehmen der Gegenwart Gottes zu intensivieren, kann in der besonderen Zeit von Exerzitien geschehen. Exerzitien sind Übungen. Gott spricht oft eine ganz eigene Sprache. Exerzitien helfen, sich auf diese Sprache Gottes einzulassen und sie immer mehr zu verstehen.

Eine besondere Art von Exerzitien sind die "Exerzitien auf der Strasse". Bei dieser Exerzitienform sind Menschen sehr schlicht mitten in einer Stadt untergebracht und werden dazu angeleitet und dabei begleitet, Gottes Fingerzeige in der urbanen Wirklichkeit selbst lesen zu lernen und sich in scheinbar alltäglichen Begebenheiten vom Herrn selbst ansprechen und wandeln zu lassen. Im Juli hatte ich die Gelegenheit, mit neun anderen Teilnehmern und vier Begleitern an solchen Strassenexerzitien in Hamburg mitzumachen.  Es war sehr eindrücklich, wie verschieden und intensiv die Erfahrungen von den Exerzitanden gewesen sind. Durch Orte wie ein jüdischer Friedhof, eine Babyklappe oder der Begegnung mit einem Obdachlosen wurden die Teilnehmer/innen an besondere Momente in ihrem Leben herangeführt und konnten dort Gottes Gegenwart auf eine ganz neue Weise erleben.

Ein Teilnehmer, der vor drei Jahren diese Form der Exerzitien gemacht hat, schrieb danach folgendes Lied:

Zieh die alten Schuhe aus, heilig ist der Grund. Sei ganz wach und sei ganz Ohr und verschließ den Mund.          KV: Ich bin Jahwe, ich bin da, der Dich liebt und kennt, ich, der Deine Sehnsucht sieht, ich, der in Dir brennt.

Deine Wut und Traurigkeit führen Dich zu Dir, schau sie an und lasse Dir Zeit und vertraue mir.

Such mich, ich verberge mich, will gefunden sein. Mach mich gerne in der Welt unscheinbar und klein.

Deine Füße haben Raum, der ist groß und weit. Ich hab für Dich einen Traum. Komm und sei bereit.

Ohne Stock und Schuh und Geld, zieh, wohin ich sag. Denn ich bin es, der Dich hält, jeden neuen Tag.

Hat Euch nicht das Herz gebrannt, als ich mit Euch sprach? Plötzlich habt ihr mich erkannt, als das Brot ich brach.

Wessen Neugier auf eine solche Art von Exerzitien geweckt worden ist, kann unter www.con-spiration.de/exerzitien/index.htm mehr Informationen haben oder sich das Buch "Auf nackten Sohlen" von P. Christian Herwartz SJ in der Reihe "Ignatianische Impulse" (Band 18, Echter -Verlag) zulegen. Exerzitien auf der Strasse werdenin vielen deutshcen Städten in Deutschland angeboten. Bei Interesse wird dies auch einmal in Göttingen möglich sein.

P.Sebastian Watzek SJ

 



 

 

 

21.07.2010