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Historischer Moment in St. Jacobi

Ökumenischer Gottesdienst zum Fest des Heiligen Jakobus

Pressefoto Selten zu sehen - die Jakobusgeschichte des Altars in St. Jacobi Bild vergrößern | Weitere Bilder

Im katholischen Kalender entfällt er heute - bis auf den Wallfahrtsort Santiago de Compostela oder St. Jacobi in Göttingen! Dort feiert die evangelische Gemeinde jedes Jahr ihren Namenspatron. Grund genug für die Jakobus-Pilgergemeinschaft Göttingen, einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst anzuregen. Und zum ersten Mal fand heute um 10.00 Uhr in St. Jacobi ein ökumenischer Gottesdienst mit St. Michael statt! Neben zahlreichen Gemeindemitgliedern von St. Jacobi waren auch einige Michelaner und P. Sebastian Watzek anwesend. Eine besondere Note bekam der Gottesdienst noch durch eine Taufe.

Im ersten Teil der Predigt erzählte Pastor Harald Storz anhand der Bibel und der Legenda Aurea die Bilder des Jakobus-Zyklus  des Hochaltars in St. Jacobi. Dargestellt ist die Bitte der Mutter des Jakobus und Johannes, ob beide im zur Rechten und Linken Jesu sitzen könnten. Danach folgt schon die Legende: die Prredigt des Jakobus in Spanien, die Rückkehr, die Auseinandersetzung mit dem Zauberer Hermogénes. Dann folgt wieder die Bibel mit der Enthauptung des Jakobus durch König Herodes. Danach schließt sich wieder die Legende an: der enthauptete Jakobus wird von seinen Jüngern in ein Boot gelegt und zusammen fahren sie ohne Steuer auf das Meer. Das Schiff landet in Galizien in dem Königreich der bösen Königin Lupa. Nachdem die Jünger den Leichnam des Jakobus auf einen Fels gelegt haben, umschließt dieser weich wie Wachs den Körper und umschließt ihn in einen Sarkophag. Die Königin Lupa ersinnt nun eine List. Sie bietet den Jüngern ihre zwei wilden Stiere an, um den Sarkphag zu transportieren. Doch die Jünger zeichnen über die Stiere das Kreuzzeichen, worauf diese sanft wie zwei Lämmer den Sarkophag zu dem Schloss der Königin ziehen. Die Königin Lupa bekehrt sich darauf und lässt sich taufen. Ihr Schloss wird der Grundstein für die Kathdrale Santiago de Compostela.

Im zweiten Teil der Predigt wies P. Watzek von der Kanzel auf die Bedeutung des Kelches Jesu hin. Dieser Kelch Jesu, Anteilnahme an seinem Leben, ist ein kelch des Leids und der Freude. Als Jünger und Jüngerinnen Jesu sind wir dazu berufen, uns der Bedeutung seines Kelches bewusst zu werden. Können wir den Kelch bis auf den Grund leeren ohne zu wissen, was er beinhaltet? Dieser Kelch stellt uns mitten in das Leid der Welt, oft hilflos und ohnmächtig gegen das Böse in der Welt. Gegen das, was Leben und Gemeinschaft zerstören will. Doch wer den Mut hat, den Kelch des Leids zu umfassen, wird in ihm auch den Kelch der Freude sehen. Ein anderes Bild dafür ist das des Pilgers. Als Christen sind wir auf den Weg, zusammen mit Jesus und mit und für unsere Mitmenschen.

Umrahmt von einer sehr schönen gestalteten Musik war dieser "historischer" Gottesdienst sehr gelungen. Hoffentlich findet er im nächsten Jahr eine Fortsetzung. Wir von der Gemeinde St. Michael wünschen unseren Brüdern und Schwestern von St. Jacobi alles Gute und den Segen Gottes!

 

25.07.2010