08. September
Adrian, Belina, Sergius, Friedrich

Tagesevangelium:
Mt 1,1–16.18–23 »

16.09.2010

Hildegard von Bingen

Vortrag, Gespräch und Heilige Messe zur Nacht

18.09.2010

Kindersegnung in Sankt Michael

Zum Abschluss des 2. Göttinger Weltkindertages

24.09.2010

Geistliche Stadtführung

"En passant - von der Kunst des Flanierens"

Keltisches Kreuz

02.02.2011

Katholisch werden

Neuer Glaubenskurs beginnt im Februar 2011. Interessenten können und sollten sich jetzt schon anmelden.

[Aktuelle und ältere Pfarrbriefe sind als PDF hier verfügbar.]

 

"Es ist besser mit Gott zu sprechen als über ihn."

Das Vaterunser - eine Schule des Gebets

Pressefoto Terésè von Lisieux - eine Meisterin des Gebets Bild vergrößern

 Der heutige Abendgottesdienst in St. Michael stand ganz unter dem Zeichen des Gebets. Zu diesem Zweck kamen in der Messe auch Meister und Meisterinnen des Gebets zur Sprache. Diese wurden dann am Schluß auf einem Zettel an die Gottesdienstbesucher verteilt. In seiner Predigt wies Kaplan Watzek daraufhin, dass Beten immer ein Beziehungsgeschehen ist. Der Beter/die Beterin begibt sich als Sohn oder Tochter in die Gegenwart Gottes. Hier berühren sich Himmel und Erde. Der Beter bringt sich und seine Wirklichkeit in die göttliche Gegenwart. Die Beziehung zu Gott verwandelt den Menschen, wenn er sich darauf einlässt. So wird er dann aus der Gegenwart Gottes heraus in dieser Welt leben. Die beste Schule des Gebets aber bleibt das Gebet selbst. Oder mit den Worten von Terésè von Lisieux: "Es ist besser mit Gott zu reden als über ihn."

 

Hélder Câmara:

 

Gott ist überall. Tag und Nacht sind wir eingetaucht in Gott. Wenn wir uns bewegen, wenn wir sprechen, wenn wir leben, immer sind wir in ihm. Aber Gott ist auch in uns. Wie herrlich ist es doch, die Natur in ihrer ganzen Fülle zu betrachten und sich dann mit dem Schöpfer, der in uns ist, zu unterhalten – nicht mit Worten, sondern einfach in Gedanken. Im Gebet öffnet sich – unter dem Beistand Gottes – unser Herz immer mehr bis hin zur Weite des Herzens Christi.

 

Meister Eckhart:

 

Soviel die Seele in Gott ruht, soviel ruht Gott in ihr; ruht sie nur ein Teil in ihm, so ruht auch er nur ein Teil in ihr; ruht sie ganz und gar in ihm, so ruht auch er ganz und gar in ihr.

 

Franz von Sales:

 

Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst wenn du nichts getan hast in deinem ganzen Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen, obwohl es jedesmal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest, dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.

 

Teresa von Avila:

 

Das Gebet ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt.

 

Alberto Hurtado SJ:

 

Diejenigen, welche sich um ein geistliches Leben bemühen, sind nicht viele; und bedauerns-werterweise sind unter ihnen nicht viele auf dem sicheren Weg. Wie viele meditieren seit Jahren ohne irgendeinen großen Gewinn daraus zu ziehen! Wie viele, die stur einer Metho-de als dem Heiligen Geist folgen! Wie viele wollen buchstäblich diesen oder den anderen Heiligen imitieren, deren Praktiken wiederholen, deren Gebete neu aufleben lassen. Wie viele erstreben außergewöhnliche Zustände, das Wunderbare, die fühlbaren Gnaden! Wie viele vergessen, dass sie Teil einer verwundeten Menschheit sind und sie errichten sich eine egoistische Religion, welche sich nicht an ihre Brüder und Schwestern erinnert! Andere wiederum verwechseln das geistliche Leben mit Frömmigkeitsübungen: geistliche Lektüre, Gebet, Gewissensrechenschaft. Das aktive Leben ist nicht mehr als ein Anhängsel, das hinzugefügt wird, aber nicht eine Verlängerung noch eine Vorbereitung ihres inneren Lebens. Die Sorgen ihres alltäglichen Lebens, die Schwierigkeiten, welche sie überwinden müssen, ihre Pflichten werden aus dem Gebet herausgelassen: es erscheint ihnen unwürdig, Gott mit solchen Banalitäten zu vermischen. So schmieden sie sich ein kompliziertes und künstliches geistliches Leben.

 

Eine gesunde Spiritualität misst den geistlichen Methoden ihre relative Gewichtigkeit zu, überhöht sie aber nicht, wie einige es meinen tun zu müssen. Ein gesundes geistliches Leben ist ein solches, da sich den Einzelnen anpasst, und ihre Persönlichkeit respektiert. Sie passt sich an die Temperamente an, an die Erziehung, Kultur, Erfahrungen, Mittel, Situation, Umstände, … Sie nimmt einen jeden, wie er ist, im vollen menschlichen Leben, in voller Versuchung, in voller Arbeit, in der vollen Pflicht. Der Geist, der immer weht, ohne dass jemand weiß, woher er kommt und wohin er geht, bedient sich eines jeden seiner göttlichen Ziele. Dabei respektiert er aber die persönliche Entwicklung in der Errichtung des großen gemeinsamen Baus, welches die Kirche ist. Die einzige Spiritualität, welche zu uns passt, ist diejenige, welche uns in den göttlichen Plan einführt – gemäß meiner Möglichkeiten – und diesen Plan in vollem Gehorsam auszuführen. Jede zu starre Methode, jede zu endgültige Leitung, jeder Ersatz des Geistes durch den Buchstaben, jedes Vergessen unserer individuellen Wirklichkeiten, erreichen nichts anderes als den Elan unseres Wegs hin zu Gott zu verringern.

 

Madeleine Delbrêl:

 

Wenn ein Christ weiß, dass er an bestimmten Orten beten soll - Jesus betete im Tempel -, so soll er auch wissen, dass er überall beten kann. Das zuerst von uns geforderte Gebet ist ein Opfer. Es ist ein Entzug an Zeit mit dem einzigen Sinn, Gott dargeboten zu werden. Dieser Aspekt des Gebets ist für uns entscheidend wichtig, denn er ist in unserem täglichen Leben die Erinnerung, die Verwirklichung jener Zugehörigkeit zu Gott, die wir gewählt zu haben behaupten. Von diesem Gesichtspunkt aus heißt beten: Gott den Vorzug geben. Es heißt auch, die Andern ungeheuchelt lieben; denn Gott bräuchte unsere Opfer nicht -das Opfer, das wir im Gebet werden sollen -, wenn keinerlei Erlösung nötig wäre.

   

 

 

25.07.2010