Atempause: Kleiner Impuls zum Luftholen

Für die Dritte Fastenwoche

Was heißt für dich Fasten?

Wenn einer mich fragte: Was heißt für dich Fasten?

So fiele die Antwort mir leicht – und auch schwer.

Denn Fasten heißt vieles; zuerst einmal: Rasten –

und nicht einfach „Weiter im Takt!“ wie bisher.

 

Der Volksmund sagt leider: „Wer rastet, der rostet!“

Ein größerer Unsinn wurd‘ selten gepostet!

Wer rastet, kann ruhig seine Spuren beseh’n

und sammelt auch Kraft, um dann weiterzugeh’n.

 

Ich denke auch, Fasten lädt ein zum Beachten,

was sonst wir kaum achten und kaum bewusst seh’n:

ein’n Apfel genießen, ein Foto betrachten,

den täglichen Weg wie zum ersten Mal geh’n.

 

Das Auskosten auch solcher kleinen Sachen

befreit uns von Neid, kann uns dankbarer machen.

Es hilft uns zu seh’n, was uns alles geschenkt,

dass ‚Glück‘ nicht viel braucht, wenn man’s richtig bedenkt.

 

Heißt Fasten nicht primär, auf Dinge verzichten,

mal Wasser statt Wein oder Suppe statt Speck?

Das ist bestimmt richtig, doch hilft es mitnichten,

Verzicht nur zu üben zum eigenen Zweck.

 

Wer Ansprüche drosselt, sich übt im Bescheiden,

übt damit auch Freisein von Haben und Neiden

und findet im Weniger Glück und Genuss.

Das wär‘ nicht des Fastens verkehrtester Schluss!

 

                                                                                                         Hans Reithofer