Atempause - Kleiner Impuls zum Luftholen

Für die Sechste Fastenwoche

Morgensonne – aufstehen!

Aufstehen aus meiner Geducktheit,

meinem Dunkel.

Verletzungen noch einmal ansehen,

im tröstenden Streicheln vernarben lassen,

mit Unbeantwortbarem leben -

meiner Auferstehung entgegen.

 

Aber wie zeigt sich Auferstehung?

Vielleicht, wenn mitten im Leben ein Stück Himmel aufblitzt,

für einen Moment eine andere Wirklichkeit erfahrbar wird.

Wenn ein neu geborenes Kind das erste Mal schreit.

Wenn mich ein Mensch umarmt,

das Lied einer Lerche meinen Spaziergang begleitet,

ein Stiefmütterchen dort blüht, wo ich es nicht erwartet hätte.

Momente, in denen ich mich berühren lasse.

Dann lasse ich los, was mich festhält.

Loslassen, damit Neues wachsen und reifen kann.

Ich atme auf, gehe der Morgensonne entgegen.

Auferstehung ist nicht damals sie ist hier und jetzt!

Auferstehung meint nicht irgendjemand, sondern dich und mich!

 

                                                                                         Annegret Breitenbach