Nachprimz von P. Trieu Q. Nguyen SJ in Sankt Michael

Mit dabei sein Bruder, P. Tran PA von den "Weißen Vätern". Primizpredigt von P. Superior Theo Schneider SJ

Heute weht ein Hauch von Primiz über Sankt Michael! Zwar hat P. Trieu (sprich: Tschu) seine "richtige" Primiz in Berlin und die Heimatprimiz in Oldenburg schon gefeiert, aber ganz sang- und klanglos soll seine erfolgte Priesterweihe auch an uns nicht vorbeigehen. Deshalb gab und gibt es im Anschluss an die Gottesdienste um 11:30 Uhr und 18:30 Uhr jeweils den feierlichen Primizsegen und einen kleinen Weinumtrunk im Konferenzraum, da der Gemeindesaal ja wegen des Basars besetzt ist.

P. Trieu war der Hauptzelebrant des Gottesdienstes, den Christian Strauch wie gewohnt auf der Orgel begleitete. Neben den Ministranten war noch P. Tran PA von den Weißen Vätern am Altar, ein Bruder unsers Kaplans. P. Theo Schneider SJ hielt als Superior die Predigt und P. Hösl SJ stand als Pfarrer ebenfalls parat.

P. Trieu hatte sein persönliches Messbuch mit unzähligen Spickzetteln präpariert. Dabei aber wusste er sich in guter Gesellschaft, wie er zu Beginn der Messe kund tat. Mutter Teresa hat einmal in der Sakristei für die zelebrierenden Priester ebenfalls einen Spickzettel hinterlassen. Darauf stand: Feiere die Messe so als wäre es Deine Primizmesse, Deine erste Messe! Feiere sie so, als wäre sie Deine wichtigste Messe! Und feiere Sie so als wäre sie Deine letzte Messe. P. Trieu versuchte die Worte zu beherzigen, dass spürte man ihm bei aller Nervosität auch ab.

Anstelle der Lesung las Gisela Dommermuth die bekannte Geschichte von den Spuren im Sand. Sier erzählt vom Vertrauen auf Gott, auch und gerade dann, wenn einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird.

In seiner sehr ergreifenden Predigt legte P. Schneider die Bibelstelle aus, die auch P. Trieus Primizsspruch enthält: In der Geschichte vom Sturm auf dem Meer sagt Jesus zu den verängstigten Jüngern: "Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?" (Mk 4,40). Er machte deutlich, dass die Jünger Todesangst hatten und dass die Angst vor dem Tod letztlich die "Mutter aller Ängste" ist. P. Trieu kennt diese Angst auch persönlich: als 10jähriger Junge trieb er als Boat People auf den indischen Ozean herum und musste anschließend zwei Jahre in Flüchtlingslagern sein Leben fristen, ehe er mit Teilen seiner Familie, in Oldenburg eine neue Heimat fand. Jeder Mensch hat Angst, das ist menschlich und unvermeidlich. Aber mit Jesus im Lebensschiffchen kann man mit dieser Angst anders umgehen. P. Trieus Gnade ist, dass er den Menschen von dieser Angst und davon wie man mit ihr im Glauben an den HERRN leben kann, zu erzählen.

Nach der Messe sprendete der Neupriester den Primizsegen, während die Gäste zu einem Glas Wein in den Konferenzraum eingeladen waren, um auf das Wohl von P. Trieu zu trinken. Alle Anwesenden erhielten ein Primizbildchen, auf das der verstorbene Vater von P. Trieu mit kalligraphischen Schriftzeichen Der Herr geschrieben hatte.