Choralschola „cantando praedicare“ singt

Gregorianischer Choral im Dienst der Liturgie in der Citykirche St. Michael (Kurze Straße 13).

Dazu gehört das Meßproprium mit dem Gesang zum Eingang, den beiden Zwischengesängen, dem Gesang zur Gabenbereitung und zur Kommunion. Diese fünf Gesänge sind der Göttinger Choralschola „Cantando praedicare“ anvertraut, Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei dagegen einem Vorsänger und der Gemeinde im Wechsel. Im Gotteslob sind sie als Choralmessen unter Lateinische Ordinarien zu finden (104-119).

Der Gottesdienst beginnt mit den Worten des Psalmisten, »miserere mihi, domine, quoniam ad te clamavi tota die ‒ sei mirgnädig, Herr, denn ich habe zu dir gerufen den ganzen Tag«. Er reflektiert die Güte, Milde und überaus reiche Barmherzigkeit des Herrn, die allen zuteil wird, die ihn anrufen. Damit ist im liturgischen Vollzug, wie könnte es anders sein, die ganze versammelte Gemeinde angesprochen.

Machtvoll ist das Wirken des Herrn, heißt es im Zwischengesang. Alle Heiden werden seinen Namen und alle Könige seine Herrlichkeit fürchten. Vom zentralen Ort religiöser Hinwendung, vom Sion ‒ der Kirche, wird er sich in seiner Majestät offenbaren, d.h. er wird unter uns sein, hier und jetzt! Schau her, Herr heißt es zur Gabenbereitung, laß doch bitte Schande alle treffen, »qui quærunt animam meam ‒ die mein Leben bedrängen«, um es mir zu nehmen.

Die Bitte während des Abendmahls an den Herrn uns bis ins hohe Alter nicht zu verlassen, erfüllt sich beim Empfang der heiligen Gaben, die, wie verheißen, ewiges Leben schenken.

Gregorianische Gesänge weisen als wesentliches spirituelles Merkmal eine dialogische Struktur auf. Diese bringt eine Rollenverteilung und damit eine mit allen Sinnen erfahrbare Dynamik der Liturgie mit sich. Alle befinden sich im Austausch zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander.

Dr. Johanna Grüger

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Choralschola „cantando praedicare“

Termin
01.09.2019, 18:30 Uhr
Ort
Citykirche St. Michael
Kurze Straße 13
37073 Göttingen